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Ferrari Meeting Maranello 14.-17. September 2017

18.09.2017 21:57
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Ferrari Meeting Maranello   14. – 17.09.2017

Wenn Maranello ruft – wer kann da schon widerstehen. Der Geburtsort unserer Ferrari. Maranello ist noch ganz trunken von den Feierlichkeiten zum 70 Jahre Ferrari Jubiläum. Diesen Schwung haben wir für unser Herbstmeeting gleich übernommen und daran angeknüpft.

Strahlender Sonnenschein empfängt die zahlreichen Teilnehmer im Hotel Maranello Palace. Das reichhaltige Willkommensapero möchte wohl bereits andeuten, was die nächsten Tage kulinarisch für uns bereithalten würden. Abnehmen in Italien – ist nicht.

Die Sonne senkt sich langsam über die Ebene und beleuchtet unseren Ferrari 250GTO, mit dem wir ins Opera02, in den nahegelegenen Hügeln der Emilia Romagna gefahren werden. Aber nein – schade, der GTO ist nur auf den Bus aufgemalt. Seis drum. Wir kommen trotzdem gut in die Berge.

Ein erstes wunderbares Mahl läutet das Meeting so richtg ein und die in der Ferne strahlenden Lichter von Maranello erregen bereits die Vorfreude auf den morgigen Tag, bei dem Ferrari seine Pforten für uns öffnen wird.

Und die Türen zu Ferrari gehen wirklich grandios auf. Die neugebaute Rennabteilung wird den krönenden Abschluss des Werksbesuches bilden. Doch jetzt habe ich vorgegriffen. Schauen wir uns erst mal die Produktion der Motoren und den Zusammenbau der Fahrzeuge an. Vielleicht werden bei Ferrari heute etwas mehr Autos gebaut als früher, aber nach wie vor in magischer Handarbeit. Auch viel Handarbeit in der Sattlerei, wo uns auserlesene Leder- und Stoffauswahlen empfangen. Soll ich nun meinen Ferrari wirklich im Kaschmir-Streifenanzug-Design ausstatten lassen? Alles möglich. Beim Wechseln der Gebäulichkeiten schielt immer wieder ein brandneuer 812 Superfast zu uns rüber und fährt demonstrativ auffällig oft an uns vorbei. Sucht er sich einen neuen Besitzer?

Nun fährt uns der Bus aber hinaus durch das altehrwürdige Tor des Ferrariwerkes. Es ist der Ort wo schon vor 70 Jahren die ersten Ferrari hinaus gefahren sind. Was für ein Gefühl. Enzo schaut von seinem Büro auf uns hinunter und öffnet uns von da oben die Pforten zu der höchsten Heiligkeit. Dem neuen Gebäude der Gestione Sportiva – der Rennabteilung. Doch bevor wir die aktuellen Erschaffensnischen der roten Renner von Seb und Kimi sehen dürfen, müssen wir uns die Ferrari Formel 1 der letzten vierzig Jahre anschauen. Es ist eine Qual – da stehen diese Preziosen nun. Rot soweit das Auge reicht. Von Regazzoni, Lauda bis hin zu Schumi, Kimi und Alonso. Und viele andere die in den Jahren dazwischen auch mit Ferrari siegten. Da stehen diese Preziosen nun hier in Reih und Glied. Es ist wirklich eine Qual sowas zu sehen (und nicht fotografieren zu dürfen). Das ist Ferrari-Renngeschichte pur. Auch die FXX Renner tragen ihren Teil zu dieser Geschichte bei. 

Doch jetzt gehts ab ins Heiligtum. Wir werden auf eine brandneue Galerie geführt und da sind sie. Klinisch rein und perfekt eingerichtet – die Nischen der aktuellen F1 Ferrari SF70H auf Seb-Deutsch “Gina” genannt. Acht solche Ferrari werden für die beiden Fahrer gebaut und obwohl einige nun auf Asienreise sind, stehen zwei aktuelle F1 Ferrari in den Nischen. Einer zugedeckt – am anderen wird emsig gearbeitet. Nun emsig - vielleicht nicht wirklich. Zwei, drei Mechaniker schrauben, die anderen schauen zu. Sie bereiten sich wohl vor auf die beiden zerschlagenen Rücksendungen aus Singapur. Aber das wissen wir alle an diesem Freitag ja noch gar nicht. Der ganze Werksbesuch beeindruckt uns jedenfalls so stark, dass wir nach dem reichhaltigen Mittagessen im Ristorante Cavallino den Ferrari Store stürmen und diesen beinahe leer kaufen.

Am Nachmittag ruft wieder der Bus, es ist leider immer noch nicht der obenerwähnte 250GTO, für eine Fahrt nach Modena. Wer nach dem Store noch etwas Geld übrig hat kann shoppen gehen. Die meisten jedoch wollen sich das Museo Casa Enzo Ferrari nicht entgehen lassen. Das Thema Ferrari und Stars führt uns in die nächste Heilige Halle. Die Kathedrale der Motoren. Sogar unsere Damen sind begeistert. Oder tun sie nur so und würden doch lieber shoppen? 

Als wäre dieser “Tag des Cavallino” nicht bereits ein Riesenerlebnis für alle gewesen, geht das Meeting unerbittlich weiter mit dem Thema des Pferdes. Wir werden in eine, abgelegen auf dem Lande liegende Villa mit verschiedenen Gebäulichkeiten und einem grossen Park gefahren. Sogar eine Kapelle gibts; man kann dort heiraten oder vielleicht für den nächsten Ferrari Sieg beten. Wir werden aber in die früheren Stallungen geführt und mit Speis und Trank verwöhnt wie früher die Pferde mit  Heu und Hafer. Dass es draussen regnet merken wir erst beim Dessert oder der Zigarre draussen unter dem riesigen Vordach.

Der Samstag führt unsere Ferrari direkt auf die Rennstrecke. Nein nicht diese von Fiorano. Auf die inoffizielle in den Bergen. Wir fahren exakt die Route, die früher jeder Ferrari durch den Testfahrer über sich ergehen lassen musste. Die Autos kennen also die Route bereits auswendig und die Fahrer können sich zurücklehnen. Wir fahren alle so vorsichtig, umsichtig und gemütlich durch den Sonnenschein und die Nebelschwaden, dass wir eine Pause einlegen müssen um nicht zu früh in der Vecchia Trattoria bei Pavullo anzukommen. Diese Fahrt wird gleich mal mit Prosecco bei den noch schnaubenden Ferrari draussen begossen. Drinnen warten bereits die Tbonesteaks oder mit einfachen Worten ausgedrückt; die “Fiorentina alla chianina su pietra ollare”. Was immer das alles heissen mag - jedenfalls ein Gedicht.

Die Fahrt hinunter ins Tal, wieder mit der allernötigsten Vor- und Umsicht, muss auf einem schnelleren Weg zurückgelegt werden. Nein es geht nicht um die schnellste Zeit von Pavullo nach Maranello. Es geht um den Beginn des Qualifyings für den GP Singapur. Der Hotel TV läuft heiss: Vettel Poleposition. Hat sichs doch gelohnt, das Beten in der Kapelle am Vorabend. 

Dass die Besichtigung des Weingutes der Villa di Corlo etwas früh angesetzt war, spielt keine Rolle. Wir bekommen trotzdem Vettels Poleposition mit. Und sind natürlich direkt an der Quelle, dies gehörig zu begiessen. Die Ferrari werden mit Wein und viel Balsamico beladen und wer nicht ins Museo Ferrari oder in die vielen weiteren Shops in Maranello möchte, kann sich im Hotelzimmer etwas ausruhen für das letzte Highlight.

Wer das Ristorante Montana zum ersten Mal besucht, und das waren bei uns einige Teilnehmer, fällt beinahe um, beim Betreten dieses Hauses. Ein lebendiges Museum, das einem von allen Seiten und aus jedem Winkel die Geschichte von Ferrari und den vielen bekannten Besuchern des Ristorante erzählt. Helme, Overalls, F1Teile, Widmungen und Unzähliges mehr – ach ja, und zu Essen gab es auch. Viel und gut. Immerhin war Rossella Schumis Lieblingsköchin wenn immer er in Fiorano testen war. Sie brachte ihm die Pasta sogar selbst zur Rennstrecke. Und auch Massa, Alonso und natürlich Vettel sind auf grossen Fotos zu sehen, alle umarmen sie Mama Rossella. Auch wir könnten Rossella umarmen. So fein diese Pastas – wenn doch nur diese Kalorien nicht wären. Wer auch immer die Idee an unserem Tisch hatte - nächste Woche eine Diät-Challenge im Club….  Ich weiss es nicht mehr.

Zum Schluss trumpft unser Präsident mit einer einmaligen Ueberraschung auf. Ich muss vorausschicken, dass in absolut keinem Ferrari Shop oder Store irgendein “70 Jahre Ferrari” Teil zu kaufen war. Kein Shirt, kein Cap, kein Pin – einfach gar nichts. Und nun was taten Heinz und Sandra an der offiziellen 70 Jahr Feier? Sie besorgen uns absolut exklusive 70 Jahre Caps.  Unter Riesenapplaus verteilen die beiden jedem Team diese einmalige Erinnerung. 

Das Ferrari Meeting in Maranello zerfliesst langsam an der Hotelbar und hinterlässt uns mit einmaligen Erinnerungen. Gestärkt fahren wir alle wieder in den Norden und fragen uns zuhause nach dem Start des GP Singapur – hätten wir doch noch inniger beten sollen in dieser Kapelle. 

Bericht  und Fotos   Urs Müller 

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